5 Tipps, um Kinder zum Stillen zu bewegen

Baby Brust
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Stillen ist die natürlichste Form der Säuglingsernährung. Jedoch müssen sowohl die Mutter als auch das Neugeborene erst einmal einen gemeinsamen Rhythmus finden. Stillprobleme, vor allem kurz nach der Geburt, sind keine Seltenheit. Manchmal dauert es eine Weile, bis alles reibungslos funktioniert. Aber auch bei älteren Kindern kann es zu einer plötzlichen Ablehnung der Brust kommen, was nicht zwingend ein Signal für gewünschtes Abstillen sein muss. Zahlreiche Mütter verzweifeln bei Stillproblemen und wechseln aus Sorge zur Flaschennahrung. Dabei gibt es durchaus Möglichkeiten, Kinder (wieder) zum Stillen zu bewegen.

Die Vor- und Nachteile des Stillens im Überblick

Bevor wir uns den konkreten Tipps zuwenden, macht es Sinn, die Vor- und Nachteile des Stillens einmal generell gegenüberzustellen. Ob eine Frau ihr Kind stillen möchte, ist letztendlich immer eine sehr persönliche Entscheidung, bei der verschiedene Aspekte eine Rolle spielen.

Vorteile:

  • Stillen schützt das Kind nachweislich vor Krankheiten und Allergien.
  • Stillen beugt Übergewicht im späteren Leben vor.
  • Der Hautkontakt beim Stillen stärkt die emotionale Verbundenheit zwischen Mutter und Kind.
  • Stillen spart Zeit und Geld.
  • Stillen schüttet Glückshormone aus.

Nachteile:

  • Körperliche Abhängigkeit: Verzicht auf gewisse Nahrungsmittel und Getränke, erschwerter Wiedereinstieg in das Alltags- und Berufsleben.
  • Der Gedanke, allein für Sättigung und Wachstum des Kindes verantwortlich zu sein, kann Druck und Ängste auslösen.

Manche Frauen kämpfen zudem mit mangelnder Akzeptanz in ihrem sozialen Umfeld. Dies ist besonders häufig dann der Fall, wenn sie ihr Kind über das erste Lebensjahr hinaus stillen möchten. In einigen Fällen ist auch der Partner von der körperlichen Nähe zwischen Mutter und Kind irritiert und fühlt sich ausgeschlossen.

5 Tipps für entspannte Stillmahlzeiten

1. Achten Sie auf die Hungerzeichen Ihres Babys

Wird die Stillmahlzeit hinausgezögert, bis das Kind starken Hunger verspürt, ist es meist zu aufgeregt, um entspannt an der Brust zu trinken. Es beginnt zu weinen und sich unruhig hin und her zu winden. Von daher ist es wichtig, bereits auf die ersten Hungeranzeichen zu achten. Hat das Kind bereits exzessiv zu schreien begonnen, so erschwert dies das Stillen. Die Annahme, man könne ein Kind zu oft anlegen und damit verwöhnen, entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage.

Folgende Anzeichen können darauf hindeuten, dass das Baby trinken möchte:

  • saugende Lippenbewegungen und eine leicht herausgestreckte Zunge
  • Suchbewegungen mit dem Köpfchen
  • Hände oder Finger werden in den Mund gesteckt
  • allgemeine Unruhe
  • Zappeln mit Armen und Beinen

Manchmal wird der richtige Zeitpunkt für das Anlegen dennoch verpasst. In diesem Fall kann es helfen, rasch ein wenig Milch auszustreichen und diese dem Baby mithilfe eines kleinen Löffels zu verabreichen. So lässt sich der erste gröbste Hunger besänftigen. Hinterher ist das Kind dann oftmals wieder gewillt, in Ruhe an der Brust weiterzutrinken.

2. Verändern Sie die Stillsituation

Lehnt das Baby die Brust plötzlich ab und dreht beispielsweise beim Anlegen weinend das Köpfchen weg, kann dies Angst und Unsicherheit hervorrufen. Vor allem, wenn das Stillen bisher problemlos abgelaufen ist. In solchen Situationen ist es hilfreich, die Stillsituation zu verändern. Stillen Sie zu anderen Tageszeiten und an anderen Orten. Manche Babys sind für die Brust empfänglicher, wenn sie direkt nach dem Aufwachen gestillt werden.

Auch ein Wechsel der Stillposition ist unter Umständen sinnvoll. Generell sollten Sie darauf achten, so entspannt wie möglich zu bleiben. Ihre innere Anspannung überträgt sich ungewollt auf Ihr Kind, was das Stillen zusätzlich erschwert. Vielen Frauen hilft es, entspannte Musik anzumachen und den Raum ein wenig zu verdunkeln.

3. Überprüfen Sie Ihre Ernährungs- und Pflegegewohnheiten

Eine plötzliche Verweigerung der Brust kann eine ganz simple Ursache haben: Möglicherweise hat sich der Geschmack der Muttermilch verändert, weil die Mutter etwas Ungewohntes gegessen hat. Die meisten Babys reagieren empfindlich auf stark gewürzte Mahlzeiten sowie auf den Geschmack von Zwiebeln und Knoblauch. Am einfachsten ist es, während der Stillzeit auf diese Nahrungsmittel zu verzichten. Auch ein veränderter Körpergeruch kann zu Stillproblemen führen. Babys mögen den natürlichen Geruch ihrer Mutter am liebsten. Sollten Sie plötzlich ein starkes Parfum oder eine intensiv riechende Körperlotion benutzen, so kann dies Ihr Kind irritieren. Verwenden Sie am besten Pflegeprodukte ohne Duftstoffe.

4. Saugverwirrung erkennen

Nicht wenige Kinder bekommen sowohl das Fläschchen als auch die Brust. Dies hat u. a. den Vorteil, dass weitere Bezugspersonen wie der Vater beim Füttern unterstützen können. Allerdings muss das Baby eine jeweils andere Saugtechnik anwenden, was häufig zu Irritationen führt. Die Milch aus der Flasche zu saugen ist zudem wesentlich einfacher. Hiergegen hilft nur eine Maßnahme: Legen Sie Ihr Baby möglichst häufig an. Auch Schnuller und Stillhütchen stehen im Verdacht, Saugirritationen zu begünstigen. Achten Sie daher auf hochwertige Produkte. Soll das Kind weiterhin Brust und Flasche bekommen, empfiehlt sich ein brustwarzenförmiger Sauger.

5. Körperliche Ursachen erkennen und behandeln

In einigen Fällen liegen einem Stillstreik physiologische Ursachen zugrunde. Viele Babys leiden z. B. am sogenannten Mundsoor. Hierbei handelt es sich um eine Schleimhautinfektion im Mundbereich, welche sich an einem weißlichen Belag erkennen lässt. Die entzündete, schmerzende Schleimhaut hält das Baby vom Stillen ab. Wenn Sie einen derartigen Belag entdecken, ist zeitnah ein Kinderarzt aufzusuchen. Ist der Mundsoor behandelt, funktioniert auch das Stillen meist wieder reibungslos.

Eine weitere häufige Ursache, warum ein Baby nicht mehr an der Brust trinken möchte, ist das Zahnen. Das Durchbrechen der ersten Zahnknospen verursacht große Schmerzen, was sich auf die Stillfreude auswirkt. Um die Beschwerden zu lindern, kann ein Beißring sowie kühlendes Gel Abhilfe schaffen.

Manchmal steckt auch eine Erkältung hinter einem Stillstreik des Babys. Ist die Nase verstopft, kann es nicht atmen, während es an der Brust trinkt. Hier helfen spezielle Baby-Nasentropfen.

Fazit

Kinder zum Stillen zu bewegen gelingt am erfolgreichsten, wenn die Ursache des Stillstreiks bekannt ist. Auf diese Weise lassen sich gezielte Gegenmaßnahmen ergreifen. Das Wichtigste ist jedoch, dass Sie als Mutter nicht in Panik verfallen, wenn das Kind plötzlich nicht mehr an der Brust trinken möchte. Meist handelt es sich um eine kurze Phase, die vorübergeht. Je ruhiger sie bleiben, umso entspannter verläuft das Stillen.

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